16.04.2008

Inmitten einer fabelhaften Landschaft, vulkanischem Gebirge und dem noerdlichsten Regenwald auf unserem Planeten, liegt der viertgroesste See Mexikos. Um den Lago Catemaco herum gruent es verschwenderisch und er bietet zahllosen Wasservoegeln Heimat und Nahrung. In den Tagen, die wir hier verbringen, koennen wir Kormorane und Reiher beim Nestbau beobachten und staunen, wieviele in einem einzigen Baum Platz finden! Von dem Laerm und dem Geschrei, das sie veranstalten koennen, gar nicht zu reden…
Doch das ist nicht der einzige Trubel, den wir hier erleben. Der Abend unserer Ankunft im gleichnamigen Oertchen Catemaco faellt (voellig unbeabsichtigt!) mit dem Karneval zusammen. Aus der tiefsten Provinz – und die ist hier wahrlich nicht weit – ist man gekommen, um dem Spektakel beizuwohnen und auch wir waren mittendrin. Am naechsten Tag allerdings waren wir die ersten auf den Beinen und hatten Glueck, einen Bootsmann zu finden, der fit war fuer die Seerunde. Sie fuehrt zu einer kleinen Affeninsel und zu unserer grossen Entdeckung: Nanciyaga! Hier treffen sich See und Urwald in beinahe unberuehrter Form und haben ein erstklassiges Oekotourismusprojekt inspiriert. Eine Handvoll hoelzerner, doch erstaunlich luxurioeser Cabañas steht dem Besucher, der es wagen will, zur Verfuegung. Unter der Woche ist der Preis fuer die Uebernachtung halbiert und so goennen wir uns den Luxus. Das Seewasser hier ist hochmineralisiert und kristallsauber; ausserdem gibt es mineralischen Seeschlamm in Mengen, also wird uns erstmal eine Ganzkoerper-Schlammpackung verpasst, die die Durchblutung foerdert und das Hautbild verfeinert. (Ja, Johannes hat mitgemacht!) Den getrockneten Schlamm waschen wir im kalten Quellwasser in einem natuerlichen Pool ab, den wir mit kleinen Schildkroeten, Fischen und vielen Wasserpflanzen teilen. Die Krokodile des Sees werden von einem Zaun ausgesperrt.

Hinterher unternehmen wir eine Kajakfahrt auf dem See, beobachten die Reiher und eine Gruppe Mandrillaffen, die auf einer kleinen Insel angesiedelt wurde. Trotz unserer voelligen Paddelunerfahrenheit schaffen wir es, rechtzeitig zu meinem Massagetermin zurueck. Ich bekomme eine Ei-Reinigung und eine Aromaoelmassage. Wer sich darueber wundert, weiss nicht, dass der Lago Catemaco ein Zentrum traditioneller Heilkunst und des Schamanismus ist. Meine Visionen von schleimigem Ei auf der Haut erfuellen sich allerdings nicht. Vielmehr werde ich mit einem rohen Ei massiert und gerieben, es fuehlt sich hart und warm an wie ein Stein. Hinterher soll ich es in den See werfen, denn „es birgt jetzt all meine negativen Energien in sich“. Oekologisch ist das uebrigens kein Problem – die Krokodile werden’s richten.
Am Abend sind wir reif fuer den wunderbaren Wolfsbarsch „a la Veracruzana“, den wir ganz allein in der ungestoerten Daemmerung geniessen. Die Voegel und Grillen sind unsere Mariachis, auch die Bruellaffen machen sich aus den Baumkronen bemerkbar und nichteinmal als ein handgrosser metallblauer Schmetterling vorbeifliegt erscheint uns das verwunderlich, sondern einfach nur schoen. So gut wie in unserer Dschungelcabaña haben wir in ganz Mexiko noch nicht geschlafen!
Zum Nachmachen empfohlen:










